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09.04.2026

Beziehungen, die tragen – Vertrauensarbeit mit Jugendlichen

«Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr alleine bin und dass ich es schaffen kann, anders mit meinen Gefühlen umzugehen.» Aila (Name geändert) besucht das Jugendzentrum Laufen regelmässig. Anfangs blieb sie für sich, beobachtete viel und sprach kaum mit anderen Jugendlichen. Manchmal sass sie einfach da, verfolgte das Geschehen im Raum. Doch sie kam wieder. Und genau darin liegt ein Schlüssel der Offenen Jugendarbeit: Präsenz zeigen, da sein, ohne zu drängen. Jugendliche dürfen kommen, gehen, beobachten und ihr eigenes Tempo bestimmen. 

Durch die verlässlichen Gespräche mit den Jugendarbeitenden entstand Schritt für Schritt Vertrauen. Aila merkte, dass sie erzählen darf, was sie beschäftigt und dass ihr zugehört wird. Themen aus ihrem Leben, belastende Erfahrungen und schwierige Gefühle fanden Raum. Ohne Bewertung, ohne Druck, aber mit ehrlichem Interesse und mit dem Respekt vor ihrer Geschichte. 

Beziehungsarbeit ist die Grundlage aller Angebote der Offenen Jugendarbeit Region Laufen. Sie entsteht nicht durch Programme, sondern durch Menschen, die verlässlich da sind, nachfragen, sich erinnern und Jugendliche ernst nehmen. Junge Menschen entscheiden selbst, wie viel sie teilen möchten und wann. Dieses Tempo zu respektieren, schafft Sicherheit. 

Mit der Zeit öffnete sich Aila auch gegenüber anderen Jugendlichen. Aus ersten Begegnungen wurden Gespräche, aus Gesprächen Kontakte und schliesslich Freundschaften. Gemeinschaft kann tragen, besonders dann, wenn junge Menschen erleben, dass sie dazugehören, auch mit ihren Unsicherheiten. 

Vertrauen wirkt langfristig. Es stärkt das Selbstwertgefühl, hilft beim Umgang mit Emotionen und zeigt Jugendlichen, dass Unterstützung möglich ist. Oft sind es kleine, wiederkehrende Momente des Zuhörens, ein kurzes Nachfragen oder ein aufmunterndes Wort. Offene Jugendarbeit kann Probleme nicht einfach lösen, aber sie kann Räume schaffen, in denen junge Menschen wachsen, Halt finden und neue Wege entdecken. Manchmal beginnt alles damit, dass jemand da ist – und bleibt. 

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